WB Sanierungsgebiet Bahnhofsumfeld Bramsche

Die städtebauliche Leitidee unseres Wettbewerbsentwurfs ist die Formulierung einer neuen Mitte, die vom Bahnhof aus gesehen genau gegenüber der Altstadt liegt. Die neue Quartiersmitte ist als Einkaufsstandort in Ergänzung zur Innenstadt zu verstehen. Diese neue Mitte bildet das Rückgrat für die Entwicklung des kompletten Wettbewerbsgebiets. Die bislang fehlende Verbindung des Wettbewerbsgebiets mit dem übrigen städtischen Raum wird durch die Schaffung mehrerer Querungsmöglichkeiten geschaffen. Dadurch wird eine wesentlich verbesserte, ganzheitliche städtebauliche Struktur erreicht.

Die geplante Infrastruktur legt Wert auf eine gute Verknüpfung des Quartiers mit der vorhandenen umliegenden städtischen Struktur. Zudem werden historische Verbindungen in den Landschaftsraum wieder aktiviert. Zusätzlich zum Straßennetz für den motorisierten Verkehr entsteht ein sicheres Wegenetz für den nicht motorisierten Verkehr.

Die Bebauung orientiert sich in ihrer Maßstäblichkeit und Körnung am Kontext der Stadt Bramsche. Es werden wiedererkennbare Baukörpergrößen verwendet und gleichzeitig in einen zeitgemäßen Architekturstandard umformuliert. Auftakt der neuen Mitte ist im Süden des Wettbewerbsgebiets ein erster Platz, das Forum, das durch das Ensemble der historischen Bestandsgebäude – Wasserturm, Lokschuppen und altes Unterkunftsgebäude – gebildet wird. Von hier aus verläuft eine Fußgängerzone bis hin zum neuen, an der zentralen Bahnüberquerungsachse gelegenen Platz, der bereits vom Bahnhof aus erkennbar ist. Das neue Quartier ist auf eine Nutzungsmischung aus Wohnen und Arbeiten ausgelegt. An wichtigen Punkten außerhalb der neuen Mitte sind Gebäude mit zwei- bis drei Vollgeschossen und zusätzlichem Dachgeschoss, entlang der Bahntrasse und der B 68 die zweigeschossige Variante vorgesehen. Insgesamt ist das Quartier durch ein vielseitiges Wohnraumangebot geprägt.

Der Lärmschutz wird durch begrünte Lärmschutzwände direkt entlang der Lärmquelle erreicht. Außerdem schützen die parallel zu den großen Verkehrswegen verlaufenden Gebäude die dahinterliegende Bebauung. Das Freiraumkonzept arbeitet mit den vorhandenen Qualitäten und Strukturen in den öffentlichen Freiräumen des Quartiers und entwickelt diese weiter. Das Biotop als grünes Herzstück wird verbindet sich entlang seiner drei Ausdehnungsrichtungen über begrünte Fuß- und Radwege mit der umliegenden Landschaft. Eine zentrale, das gesamte Plangebiet von Norden nach Süden durchlaufende Grünachse bildet mit der leicht geschwungenen Böschungskante das grüne Rückgrat das gesamte Quartier. Ein Stadtbalkon, eine Obstbaumwiese (ehemalige Kleingärten), Ruheplätze, Schilfgärten, Spielräume und Gemüsegärten sind Elemente des zentralen Grünzugs, der für alle Bewohner vielfältige Nutzungs- und Aufenthaltsqualitäten bietet. Nachhaltigkeitskriterien durchdringen die gesamte Planung: passive und aktive solare Nutzung, Rückführung von Rostoffen, Planung von Abfallkreisläufen, Energieversorgung über Blockheizkraftwerke. Für ein nachhaltiges Mobilitätskonzept werden Car-Sharing-Stationen und Stadtrad-Stationen vorgesehen. Eine schrittweise Realisierung ist möglich, da das neue Quartier in sinnvolle Bauabschnitte unterteilt werden kann.