Bremer Schaufenster Bootsbau

Auf dem Teerhof, dem historischen Bootsbauplatz der Stadt Bremen ensteht für den Nachbau des mittelalterlichen Schiffs "Kahn Karl" eine leichte Stahl-Zeltkonstruktion.
Die Architektur der Bootsbauhalle hat eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte. Zunächst war geplant, für das Bootsbauprojekt über einen zeitraum von 5 Monaten ein Festzelt anzumieten. In Anbetracht des prägnanten Standortes direkt gegenüber der als Expo-Projekt neugestalteten Uferpromenade konnte diese Lösung jedoch nicht befriedigen.
So fand auf Initiative der Architektenkammer Bremen Anfang Februar ein fünftägiger Workshop statt, in dem 20 junge Architektinnen und Architekten in fünf Teams alternative Vorschläge für eine „gläserne Werft“ entwarfen.
Der Vorschlag der Architekten Andreas Schneider, Ulrich Ruwe und Reinhard Beichler überzeugte nicht nur durch die bestechend einfache und doch eindrucksvolle Form. Diese Lösung war auch die, die aufgrund unterschiedlicher Ausbauvarianten die besten Möglichkeiten bot, den Umfang der Baumaßnahme genau auf das noch unbestimmte und erst einzuwerbende Budget abzustimmen.
Die Überdachung besteht aus einer gewölbten Stahlkonstruktion und einer Bespannung mit in Kederschienen geführten Zeltbahnen, einem im Zeltbau üblichen Prinzip. Die Aussteifung der Konstrukton erfolgt über Kreuzverbände in der Dach- und Wandebene, alle Stützen sind gelenkig gelagert. Die Betonfundamente konnten so minimiert werden.
Am 10. April waren die Gelder soweit eingeworben, dass die Aufträge für Stahlbau und Zeltplanen erteilt werden konnten. Nach nur 7 Wochen Bauzeit wurde die Halle am 26. Mai 2000 von Bausenatorin Wischer eingeweiht.

Zeitraum: Feb.2000 - Mai 2000

Architekten: Ulrich Ruwe

Reinhard Beichler

Andreas Schneider

Baukosten: 200.000 DM