Wettbewerb Neubau Verwaltungsgebäude Carl-Zeiss-Straße in Göttingen

Städtebauliche und architektonische Idee

Das bestehende Verwaltungsgebäude in der Carl-Zeiss-Straße in Göttingen erhält einen direkt anbindenden Verwaltungsneubau. Das dadurch entstehende neue Ensemble wird das Ende der baulichen Achse definieren, die vom Hauptbahnhof bis zur Leine reicht. Im städtebaulichen Raum ist das Gebäude vom Bahnhof aus gut erkennbar und erreichbar. Der rückwärtig an den Bahnhof anschließende Boulevard wird bis zum Verwaltungsneubau verlängert.

Die Grundstücke in der Umgebung des Verwaltungsgebäude folgen in ihrer Ausrichtung einem orthogonalen Grundraster. Der Verwaltungsbestand folgt in seiner Ausrichtung der Leine und fällt damit aus dem Grundraster heraus. Der Neubau nimmt diese Orientierung auf.

Die städtebauliche Typologie des Gebietes - großformatige, kubische Gebäude mit Höfen und gestaffelten Dachaufbauten – findet im Neubau seine Entsprechung. Er nimmt mit seiner

4-Geschossigkeit und einem Staffelgeschoss zur Südseite die Formensprache des Bestandes und der umliegenden Gebäude auf.

Das Bestandsgebäude, an das der Neubau direkt anbinden wird, ist ein Verwaltungsbau mit heller, verputzter Lochfassade. Materialität und Farbigkeit des Neubaus schaffen den Brückenschlag zum Bestand. Auch nimmt der Neubau mit seiner hell geschlämmten Ziegelfassade ortstypische Materialien wie Ziegel und Beton auf. Das Thema der Lochfassade des Altbaus wird mit ähnlichen Fensterformaten im Neubau weitergeführt. Durch den spielerischen Umgang mit Ziegel erhält die Fassade eine skulpturale Gestaltung. So ist die Verblendschale in einigen Fassadenteilen perforiert und an den Fensteröffnungen gekippt. Das gekippte Mauerwerk bietet neben dem skulpturalen Eindruck den Vorteil eines verbesserten Lichteinfalls in die Fenster. Mit der perforierten Fassade wird zum Beispiel die Fuge zwischen Alt- und Neubau gestaltet.

Der Außenraum gliedert sich gestalterisch in ein System aus offenen, halboffenen und geschlossenen Flächen, die in Nutzung und Material eine unterschiedliche Belegung bekommen: geschlossen gepflasterte Plätze und Wege, Parkstreifen mit halboffenem Pflaster und bepflanzbare Grünflächen. 60 zusätzliche Stellplätze können im Hof und am Straßenrand nachgewiesen werden. Bereits vorhandene Stellplätze finden eine Neuordnung gemäß der dem Grundstück zugrunde liegenden Richtung.