Veränderung städtischer Identität durch Eingriffe in die Stadt

Der historisch bebaute Stadtkern Quedlinburgs, der sich über 90 ha erstreckt, ist eines der größten Flächendenkmale Deutschlands und gehört seit 1994 zum von der UNESCO anerkannten Weltkulturerbe. Der geschlossene mittelalterliche Stadtgrundriss und der große Bestand an Fachwerkhäusern dokumentieren die unterschiedlichsten Stil- und Zeitepochen des Fachwerkbaus. Heute allerdings steht ein Fünftel der Fachwerkhäuser leer und ist teilweise stark sanierungsbedürftig. Sanierungsziel ist es, die Fachwerkhäuser zu erhalten und die Stadt mit Sensibilität für ihr historisches Erbe, aber gerade auch in bewusster Wahrnehmung ihrer heutigen Identität weiterzubauen.

Demografischer Wandel und starke Abwanderungen verursachen bei Stadtplanern und Bewohnern Orientierungslosigkeit und Unsicherheit: Wie werden sich ihre Stadt und das städtische Leben in 5, 10 oder 20 Jahren entwickeln? Welche Angebote an Wohn-, Kultur- und Bildungseinrichtungen sind notwendig und machen Quedlinburg als Wohn- und Arbeitsstandort attraktiv? Wie lässt sich das Erscheinungsbild der Stadt Quedlinburg verändern und aufwerten?

Es wird nach neuen Lösungen und Konzepten gesucht, die einerseits die kulturellen und historischen Ressourcen nutzen und andererseits die vorhandene Bausubstanz an neue Bedingungen des Wohnens und Arbeitens anpassen.

Aus diesem Anlass arbeiteten die Studenten des 4. Semesters der School of Architecture, Hochschule Bremen in einem fünftägigen Workshop in Quedlinburg. Sie versuchten, neue Ansätze und Konzepte zu finden und neue Wege für die Stadt aufzuzeigen.